Kinder sind Experten für ihr Kinderhaus
Was wir aus der Kinderbefragung 2025 gelernt haben
Wie erleben Kinder eigentlich ihren Alltag im Kinderhaus?
Was mögen sie besonders – und wo wünschen sie sich Veränderungen?
Bei Montessori & Friends Education ist uns die Antwort auf diese Fragen wichtig. Deshalb haben wir im Juni und Juli 2025 in unseren Kinderhäusern 129 Kinder ab vier Jahren befragt. Denn wir sind überzeugt:
Kinder sind die Experten für ihre Kita.
Nur wenn wir das Kinderhaus aus Kindersicht betrachten, können wir eine Umgebung schaffen, die den Prinzipien der Montessori‑Pädagogik wirklich gerecht wird.
Warum wir Kinder befragen
Kinder verbringen einen großen Teil ihres Alltags im Kinderhaus. Sie erleben Beziehungen, Räume, Regeln und Abläufe sehr unmittelbar. Ihre Perspektive liefert uns wertvolle Hinweise darauf,
- wo sie sich wohlfühlen,
- was sie stärkt,
- und was sie brauchen, um selbstständig und konzentriert tätig zu sein.
Die Kinderbefragung ist für uns deshalb Ausdruck von gelebter Partizipation:
Wir befragen Kinder, weil uns ihre Meinung wichtig ist.
Ein insgesamt positives Bild
Die Ergebnisse zeigen deutlich:
87 % der befragten Kinder gehen gerne ins Kinderhaus.
Für uns ist das eine wichtige Bestätigung unserer pädagogischen Arbeit – und gleichzeitig Ansporn, genau hinzuschauen, wie wir die verbleibenden Kinder noch besser unterstützen können.
Beziehung: Kinder fühlen sich gesehen
Beziehungen sind die Grundlage für jedes Lernen. Die Antworten der Kinder zeigen:
- 86 % der Kinder benennen drei oder mehr Spielpartner
- 36 % sagen, sie können alle Erwachsenen im Kinderhaus ansprechen
- viele Kinder schätzen besonders, dass die Pädagogen helfen
Bemerkenswert sind auch Aussagen wie:
- „dass sie mich nicht festhalten“
- „dass ich mit spitzen Sachen arbeiten darf“
Sie zeigen sehr klar, wie wichtig Kindern Respekt, Vertrauen und Zutrauen sind – zentrale Werte der Montessori‑Pädagogik.
Freiarbeit: Lernen aus eigenem Antrieb
Die Freiarbeit nimmt im Alltag der Kinder einen hohen Stellenwert ein. Besonders beliebt sind unter anderem:
- Magnet‑Arbeit
- Bauen mit Bausteinen
- Malen, Basteln und praktische Tätigkeiten wie die Kaffeemühle
Am liebsten spielen die Kinder:
- im Garten
- im Bewegungsraum
- in der Bau‑Ecke
Auch die Antworten auf die Frage, was sie in der Woche entdeckt oder gelernt haben, zeigen: Lernen ist für Kinder vielfältig – von Zahlen über neue Freundschaften bis hin zu Beobachtungen in der Natur.
Konflikte gehören dazu – und werden besprochen
Fast die Hälfte der Kinder sagt, dass es im Kinderhaus Streit gibt. Gleichzeitig berichten 87 %, dass Konflikte besprochen werden.
Das zeigt uns: Konflikte werden als Teil des sozialen Lernens ernst genommen – ein wichtiger Aspekt für ein respektvolles Miteinander und emotionale Entwicklung.
Sprache & Bilingualität
In unseren bilingualen Kinderhäusern sprechen 59 % der Kinder Englisch mit mindestens einer Person, fast alle Kinder sprechen Deutsch oder sind im Spracherwerb.
Partizipation: Viel Mitbestimmung – und Entwicklungspotenzial
Die Befragung zeigt, dass Kinder in vielen Bereichen mitentscheiden können:
- was sie tun,
- mit wem sie spielen,
- wo und wie lange sie arbeiten.
Gleichzeitig wird auch deutlich:
- 67 % sagen, das Essen schmeckt ihnen.
Wünsche der Kinder ernst nehmen
Viele Kinder sagen: „Nichts – es ist gut so.“
Andere Wünsche sind sehr konkret:
- mehr Ausflüge
- weniger schimpfen
- mehr trösten
- mehr Zeit zum Ausruhen
- Veränderungen im Garten oder den Räumen
Diese Rückmeldungen nehmen wir bewusst auf. Sie helfen uns, unsere vorbereitete Umgebung weiterzuentwickeln – im Dialog mit den Kindern.
Gemeinsam nach vorne schauen
Die Kinderbefragung ist für uns kein Abschluss, sondern ein Anfang. Aus den Ergebnissen entstehen konkrete nächste Schritte:
- stärkere Bilingualität im Alltag
- mehr Partizipation, insbesondere beim Essen
- kontinuierliche Reflexion unserer pädagogischen Arbeit
Denn:
Eine gute Montessori‑Umgebung entsteht dort, wo Kinder gehört werden.
Wir danken allen Kindern, die geduldig unsere Fragen beantwortet haben – und uns gezeigt haben, wie sie ihr Kinderhaus erleben.